Alpowious
 




American Classics: Ausstellung der Lebenswerke von Walker Evans und William Christenberry
25.08.2005
Die beiden Fotografen sind Meister der amerikanischen Dokumentarfotografie und beeinflussten sich in ihrer Arbeit gegenseitig. Das Musem für Photographie zeichnet diese wechselseitige Beziehung nach.

Die Ausstellung "Walker Evans - William Christenberry: American Classics" thematisiert die Wechselbeziehung beider Fotografen, die aus unterschiedlichen Kontexten und jeweils aus ihrer Zeit heraus eine Typologie des amerikanischen Südens zwischen Tradition und Moderne entwerfen.

Walker Evans: Allie Mae Burroughs, Hale County, Alabama 1936Walker Evans, 1903 in St. Louis, Missouri geboren, gehörte in den 1930er Jahren zu den mittlerweile legendären Fotografen, die im Auftrag der US Regierung das ländliche Leben im Süden der USA während der großen Depression dokumentierten. Seine eindrucksvollen Porträts der Menschen und ihrer einfachen Lebensweise gehören zu den Ikonen der dokumentarischen Fotografie und sind bis heute in ihrer stillen Intensität beeindruckend.

Die Aufnahmen der Ausstellung entstanden Überwiegend im Jahr 1936 im US Bundesstaat Alabama und wurden Teil des berühmten Buches "Let us now praise famous man", das Evans zusammen mit dem Schriftsteller James Agee 1941 herausbrachte.

William Christenberry wurde 1936 in Alabama geboren, dem Jahr, in dem Evans seine berühmten Aufnahmen machte. Die Wiederauflage von "Let us now praise famous man" von 1960 fesselte den jungen Künstler so sehr, dass er sich bei regelmäßigen Besuchen seiner Heimat auf die Spuren seines großen Vorbildes begab.

Anders aber als Evans, der mit dem Blick des Außenstehenden zeitlose Dokumente des amerikanischen Südens der 1930er Jahre erstellte, folgt Christenberry seiner emotionalen Verbindung zum Ort. Mit seinen Farbaufnahmen richtet er den Fokus auf die vom Menschen gestaltete Landschaft und Architektur. Die Bewohner erscheinen nicht selbst auf seinen Bildern, sondern reflektiert durch die Veränderung und Entwicklung ihres Lebensraums, der sich jenseits einer Einteilung in Rassen und gesellschaftliche Klassen vollzieht.

1973 begaben sich die beiden Künstler auf eine gemeinsame Reise zu den Orten, die sie beide fotografiert hatten und nun war es Evans, der sich mit den Worten "I want to see what caught your eye" auf Christenberrys Spuren begab. Dabei entstanden Farbaufnahmen mit der Brownie Kleinbildkamera beider Künstler, die sich einander Ästhetisch annähern.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Galerie Zander aus Köln entwickelt.

Museum für Photographie, Braunschweig
Helmstedter Straße 1
38102 Braunschweig

  • Ausstellung vom 28.08.-30.10.2005, jeweils Di-So von 13 bis 18 Uhr

    http://www.photomuseum.de

    Foto: Walker Evans: Allie Mae Burroughs, Hale County, Alabama 1936, © Martson Hill Editions